Evangelische Kindertagesstätte Rehe

Du bist ein Gedanke Gottes.

4        Baustein: Unser pädagogisches Konzept

4.1      Unser Bild vom Kind

 

DAS KIND

  • ist ein Gedanke Gottes   - ist einzigartig - ist eigenständig -ist ein soziales Wesen - ist spontan - ist wissbegierig - ist lernfähig und lernwillig - ist phantasievoll - ist kreativ (wiederholen und lernen) - ist bewegungsfreudig - ist aktiv - will wahrgenommen werden - hat eigene Rechte - ist schutzbedürftig - ist unvoreingenommen - ist offen

 

4.2      Unsere pädagogische Grundhaltung


  • Jedes Kind ist in unserer Einrichtung herzlich willkommen.
  •  Wir nehmen jedes Kind individuell an.
  •  Wir freuen uns über die Kinder, stärken und ermutigen sie.
  •  Wir orientieren uns an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder.
  •  Wir bauen mit den Kindern Beziehungen auf, um eine sichere Bindungsqualität zu ermöglichen.
  •  Wir geben Kindern Geborgenheit.
  •  Wir begleiten die Kinder unterstützend, einfühlsam und wertschätzend in ihrer individuellen Entwicklung (Beobachtung & Dokumentation).
  •  Wir bieten den Kindern Raum für Selbstbestimmung und aktives Handeln.
  •  Wir geben den Kindern durch eine zuverlässige Tagesstruktur Orientierung und Sicherheit.
  •  Wir leben christliche Werte vor.
  •  Wir handeln konsequent und verantwortungsbewusst.
  •  Wir sind verlässlich.

 

4.3      Unser Leitbild

 

Wir sind alle geborgen in Gottes Hand

 

4.3.1       Unser Leitbild - Was ist das?

 

Es sind die Gedanken, die uns in unserer Arbeit leiten, die uns antreiben und uns inspirieren und die uns immer unser Bestes geben lassen, jeden Tag, in der festen Überzeugung:

 

Wir sind alle geborgen in Gottes Hand.

 

In Alltagssituationen, beim Beten, durch den Vortrag biblischer Geschichten und das Feiern kirchlicher Feste eröffnen wir den Kindern einen Zugang zum christlichen Glauben und zu Gott.

 

Wir erleben und erforschen unsere Umwelt und die Natur im Wandel der Jahreszeiten. So wecken wir in den Kindern Naturverbundenheit und ein Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt.

 

Alle zusammen - unser Team, unsere Kinder und ihre Eltern, unser Träger und die Gemeinden - leben aktiv Gemeinschaft und zeigen so den Kindern, dass jeder Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen eine Stimme hat und gehört wird.

 

Wir halten zusammen. Wir bieten zuverlässige Beziehungen und Strukturen und unterstützen die Bildung von Vertrauen und Freundschaft. Kinder erleben hier Geborgenheit und Wärme und bei den großen und den kleinen Problemen, die das Leben für uns bereit hält, auch Trost, Halt und Zuspruch.

 

Das Logo unserer Kindertagesstätte symbolisiert unser Leitbild.

 

 

 

 

 

 

 

 

4.3.2       Das Logo unserer Kindertagesstätte

 

Es zeigt drei Kinder, das Kreuz und die Sonne. Ein kleines Kind trägt stillvergnügt eine Blume in der Hand. Es freut sich an seinem Leben und Dasein. Das Kind links im Bild weint. Es wird durch den Jungen in der Mitte des Bildes getröstet. Er zeigt auf das Kreuz, das Symbol christlichen Glaubens. Der Junge sieht eine Hilfe im Blick auf das Kreuz, dem Zeichen für Glauben, Liebe und Hoffnung. Über allem strahlt die Sonne mit ihren warmen Strahlen. Die strahlende Sonne kann als Symbol vielseitig interpretiert werden: „Lob der Schöpfung, Sonne ist Licht, Licht auf dem Weg ins Leben.“

Zitat Gerhard Zimmermann, Pfarrer und Dekan i. R.

 

Das Logo ist an der Südseite unseres Hauses als Drahtplastik dargestellt und wurde von Lutz Schwab entworfen. Der Entwurf der Plastik wurde im Maßstab 1:1 gefertigt. Die Ausführung übernahm die Werkstatt des ehemaligen Landmaschinenbetriebes Erich Immel in Rehe.



4.4      Offene Arbeit und Situationsorientierter Ansatz - Unsere Grundlage

4.4.1       Offene Arbeit

Unserem offenen Konzept liegt ein Partizipationsverständnis zugrunde, das alle Beteiligten zu aktiven Gestaltern ihrer Umwelten macht. Ihm wohnt die Überzeugung inne, dass Erwachsene auf die Entwicklungspotenziale von Kindern vertrauen und dass Kinder in selbstinitiierten, -gesteuerten und -geregelten Situationen optimale Lernvoraussetzungen für ihre persönliche Entwicklung finden.

 

Die Erzieherinnen verstehen sich als ein Team, als pädagogische Begleitung und als Vertraute der Kinder. Sie sehen sich selbst als selbst Lernende und Staunende.

 

Wir nehmen jedes Kind an, begleiten es, bieten ihm Aufmerksamkeit, Zuwendung und Schutz, um Vertrauen und Bindungen aufzubauen. Zudem fördern wir stets das Interesse zur Interaktion mit anderen Kindern, damit sich Freundschaften entwickeln können.

 

Darüber hinaus geben wir Impulse und lassen die Kinder altersentsprechend an Entscheidungen teilhaben, um selbständiges Handeln und Spielen zu fördern. In der offenen Arbeit profitieren die Kinder von den unterschiedlichen Stärken und Spezialisierungen aller Erzieherinnen.

 

Offen bedeutet demnach nicht „offene Türen“, sondern die Offenheit spiegelt sich vielmehr in einer offenen Haltung der Erzieherinnen wider. Wichtig ist, dass das Kind lernt, sich selbst zu organisieren und abzuwägen, was ihm gerade wichtig ist. Verständliche und mit den Kindern erarbeitete Regeln geben ihnen Sicherheit. Durch klare Strukturen und Rituale innerhalb der Offenen Arbeit erhalten die Kinder einen Rahmen und eine Orientierung. Dazu gehören Morgenkreise, Jahrgangskreise, Mahlzeiten, aber auch sich wiederholende Veranstaltungen, wie Waldwochen, Naturerlebnistage oder Feste im kirchlichen Jahreskreis.

 

Die Offene Arbeit bietet dem Kind Entwicklungsfreude durch Freiräume. Das heißt, unsere Einrichtung lässt den Kindern Entscheidungsspielräume, beispielsweise sich an mehrere Erzieherinnen zu binden, die ihnen als Sicherheitsgeber zur Seite stehen. Jedes Kind hat die Möglichkeit nach seinen eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und seine Umwelt zu entdecken.

 

Eine Besonderheit unseres Konzeptes ist es, dass jedes Kind einer Jahrgangsgruppe zugeordnet ist. Dadurch hat jedes Kind eine Bezugserzieherin und seine Eltern stete Ansprechpartner. Natürlich stehen auch alle anderen Erzieherinnen für Fragen oder Anregungen als Gesprächspartner zur Verfügung. Die Nutzung aller Räumlichkeiten während der Freispielphase schafft Begegnungen der Altersgruppen und eine individuellere Freispielnutzung. Im Sinne der Selbstbildung kann sich das Kind seinen Spielpartner, das Spielmaterial, den Spielort und die Spieldauer selbst wählen - die gesamte Einrichtung ist ein Spiel- und Lernbereich.

 

Bei der Gestaltung des Tagesablaufes in den Räumen und bei der Entwicklung von Projekten orientieren wir uns an den Bedürfnissen, Interessen und Ideen der Kinder.

 

Das Offene Konzept fördert Autonomie, Kommunikation sowie Kooperation und die Fähigkeit zur Entscheidung. Die Offene Arbeit ist somit ein ständiger Prozess für alle Beteiligten.

 

4.4.2       Der Situationsorientierte Ansatz

Der Situationsorientierte Ansatz nach Armin Krenz basiert auf einem humanistisch geprägten Menschenbild. Er orientiert sich an den individuellen Lebenssituationen und der Entwicklungsgeschichte sowie der aktuellen Lebensbezüge der Kinder und ihrer Familien. In unserer Arbeit bedeutet dies für uns:

  •         Die Entwicklungswege der Kinder stehen für uns im Vordergrund, nicht das perfekte Ergebnis
  •         Wir sind Vorbilder im Alltag der Kinder, an denen sie sich orientieren
  •           Wir nehmen die Themen und Anliegen der Kinder in unseren Alltag auf
  •           In unserer Kita erfahren die Kinder eine Kultur der Wertschätzung und Achtung, der Offenheit für ihre Bedürfnisse, Vertrauen, Sicherheit und eine beziehungsorientierte Annahme
  •           Wir sind Bündnispartner der Kinder, für ihr Leben und ihre Bedürfnisse
  •           Professionelles Handeln, Qualitätssicherung, -verbesserung und -überprüfung sind selbstverständlich

 

Ziel des Situationsorientierten Ansatzes ist es, die Selbst-, Sach-, und Sozialkompetenz von Kindern auf- und auszubauen, um bei Kindern möglichst viele Ressourcen zu wecken und eine Entwicklung in allen Entwicklungsfeldern möglich zu machen.

 

Praktisch bedeutet dies, die Selbstständigkeit der Kinder, ihre Autonomie und ihr soziales Verhalten auf der Grundlage eines werteorientierten Verhaltens zu aktivieren und weiterzuentwickeln. Der Ansatz hebt einen demokratischen Erziehungsstil in den Mittelpunkt, in dem „Partizipation“ großgeschrieben wird. Das zeigt sich beispielsweise in der regelmäßigen Durchführung von Gesprächsrunden und in der alltäglichen Umgangskultur.

 

Dieses Bildungsverständnis (Bildung aus „erster Hand“) legt nahe, dass gerade die Bildungsarbeit im situationsorientierten Ansatz darauf Wert legt, keine gezielten „Förderprogramme“ künstlich zu initiieren. Stattdessen geht es im Alltagsgeschehen um ein „Lernen nebenbei“, das sich aus bildungswissenschaftlicher Sicht als weitaus effektiver herausgestellt hat als ein defizitorientierter Ansatz (mit „Übungs-Einheiten“).

 

Kernelement des Ansatzes ist die Projektarbeit. Dies bedeutet, mit Kindern im Alltag das zu erleben, wodurch sie sich aktuell angesprochen und berührt fühlen. Auch hier zeigt die Neurobiologie, dass Kinder nur die Themenbereiche und Schwerpunkte aufgreifen und als „Lernmotor“ akzeptieren, die von ihnen mit einer hohen „bedeutsamen Wertigkeit“ versehen werden.

 

Der Situationsorientierte Ansatz geht bei der Projektplanung von den Beobachtungen der Kinder aus. Projekte können, je nach Interesse der Kinder, einen Zeitraum von einigen Minuten, einem Tag, sechs Wochen bis hin zu einem halben Jahr umfassen. Ganz entscheidend ist dabei, dass in einem solchen Projekt alle Bildungsbereiche, wie sie in den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen des Landes Rheinland-Pfalz aufgeschlüsselt sind, enthalten und integriert werden. Jedes Projekt wird mit den Kindern ausgewertet und festgehalten.

 

4.5      Unsere Pädagogischen Ziele

Für unsere pädagogische Zielsetzung ist es wichtig, die Balance zu finden zwischen den Anforderungen des aktuellen gesetzlichen Auftrages an die Kindertageseinrichtungen in Rheinland-Pfalz und dem Wissen, dass jedes Kind eigene Bedürfnisse und ein eigenes Tempo hat, um sich zu entwickeln.

 

Jedes Kind sollte die Möglichkeit bekommen, bis zum Ende seiner Kita-Zeit Basiskompetenzen auszubilden, um für sich ein robustes Lebenskonzept zu entwickeln.

Basiskompetenzen sind Persönlichkeitsmerkmale, die die Fertigkeiten und Fähigkeiten eines Menschen umfassen. Diese setzen sich zusammen aus:

  •         Selbstkompetenz
  •         Sozial- und Sachkompetenz
  •         Lernmethodische Kompetenz

Die o.g. Bereiche sind nur teilweise zu trennen, im Alltag mit den Kindern greifen sie ineinander über.

 

4.5.1       Selbstkompetenz

Unter dem Begriff Selbstkompetenz versteht man die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, welche sich in die Bereiche Selbstwahrnehmung, Motivation, geistige Fähigkeiten, Denkfähigkeit und physische Fähigkeiten untergliedert.

 

Unsere Ziele sind hier:

 

  •          dass jedes Kind Selbstvertrauen und emotionale Stabilität entwickelt.
  •          dass jedes Kind die Möglichkeit bekommt, Herausforderungen oder Krisen erfolgreich zu meistern (Resilienz-Entwicklung).
  •          die individuelle Entfaltung der Persönlichkeit und ein gesundes Körperbewusstsein sowie die Bildung der Selbstdisziplin jedes Kindes zu ermöglichen, was u.a. den Umgang mit Gefühlen und Grenzen, auch dem sich abzugrenzen, beinhaltet.

 

Diese Ziele werden im Alltag unter anderem durch das Treffen von eigenverantwortlichen Entscheidungen unterstützt. Dies beinhaltet beispielsweise die Wahl des Funktionsraumes und den Zeitpunkt des Frühstückes. Die Kinder werden dazu angeregt, den Alltag selbstständig und selbstdenkend mitzugestalten, wie z. B. in der Rederunde, im Morgenkreis oder bei Projekthemen. Dabei können sie ihre Kreativität und Fantasie anregen und ausbauen.

 

Durch eigenständiges Handeln und Ausprobieren können die Kinder Selbstvertrauen entwickeln und lernen ihre Stärken und Schwächen kennen und einzuschätzen. Dadurch steigert sich das eigene Körperbewusstsein.

 

Dabei ist uns wichtig, dass Kinder nicht an ihren Leistungen gemessen werden. Sie werden unterstützt und bekommen eine individuelle Hilfestellung. Durch Singkreise, Jahrgangskreise und Gruppenaktivitäten fördern wir den Umgang mit Gefühlen und Grenzen anderer Kinder. Dem Alter entsprechend stärken sich ihre Selbstdisziplin und die Fähigkeit sich abzugrenzen.

 

4.5.2       Sozialkompetenz

Unter sozialen Kompetenzen versteht man das Sozialverhalten in einer Gemeinschaft und die Entwicklung von Wertvorstellungen in einer solchen.

 

Unsere Ziele in diesem Bereich sind:

 

  •        Religiöse Grunderfahrungen und Werte zu erschließen, dazu gehören:
  •   Achtung vor den Mitmenschen als Geschöpfe Gottes.
  •   Jeder ist einmalig - so wie Gott ihn geschaffen hat.
  •   Die christlichen Werte wie Nächstenliebe, Vertrauen, Offenheit in dem Kind zu stärken.
  •          Die Fähigkeit des Kindes seine Meinung (Wünsche, Interessen und Bedürfnisse) zu äußern und zu vertreten, zu schulen. Dazu besteht die Möglichkeit nicht nur im Alltag, sondern auch täglich im Morgen- und Jahrgangskreis und insbesondere einmal wöchentlich in der Rederunde.
  •         Selbstbehauptung und Einfühlungsvermögen sowie Rücksichtnahme als gleichwertige Qualitäten jedem Kind näher zu bringen.
  •         Respekt und Wertschätzung der Kinder untereinander zu stärken. Durch das Urvertrauen, welches im Säuglingsalter als Anlage gegeben ist, gehen Kinder Beziehungen ein. Als erstes sind die Eltern die Bezugspersonen und die Kinder bauen mit dem Eintritt in die Kindertagesstätte ihre Beziehungsfähigkeit weiter aus. Somit ist die Voraussetzung gegeben, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Wir möchten den Kindern Hilfestellung geben verlässliche und vertrauensvolle Beziehungen untereinander einzugehen und sich gegenseitig anzunehmen.

 

4.5.3       Sachkompetenz

Die Entwicklung von Sachkompetenz meint die Erschießung der sachlichen Lebensbereiche, die Aneignung von Fähigkeiten und Fertigkeiten und dabei urteils- und handlungsfähig zu werden, Dinge wahrzunehmen und beschreiben zu können.

 

Im Bereich der Sachkompetenzen ist es uns wichtig:

 

-         die Achtung vor der Natur als Schöpfung Gottes zu stärken und den Kindern vielfältige Natur- und Umwelterfahrungen zu ermöglichen. Dazu zählen Waldtage, Spaziergänge und Projekte in der Natur. Gemeinsam mit den Kindern pflegen wir unser Hochbeet und unsere Kräuterspirale. Die daraus resultierenden Nahrungsmittel werden durch unsere Hauswirtschaftskraft und den Kindern für die Zubereitung der Mahlzeiten verwendet. Alle Ideen werden berücksichtigt und weitestgehend umgesetzt.

-         Ein weiteres Ziel im Bereich der Sachkompetenz ist, dem Kind einen Umgang mit unterschiedlichen Medien zu ermöglichen. Individuell dazu werden im täglichen Kita-Alltag unterschiedliche Materialien (Werkzeuge, Geräte und Instrumente) variabel eingesetzt. Durch die Bücherkiste, die einmal wöchentlich stattfindet, haben die Kinder einen zusätzlichen Zugang zu Bilderbüchern.

 

4.5.4       Lernmethodische Kompetenz

 

Lernmethodische Kompetenz ist die Grundlage für einen bewussten Wissens- und Kompetenzerwerb und der Grundstein für schulisches und lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen. Man lernt wie man lernt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und entwickelt die Bereitschaft von Anderen zu lernen.

 

Unser Ziel ist die Ausbildung folgender Fähigkeiten und Fertigkeiten:

  •          neues Wissen bewusst, selbst gesteuert und reflektiert zu erwerben. Dabei ist immer die unterschiedliche Sichtweise von Erwachsenen und Kindern zu beachten.
  •          erworbenes Wissen anzuwenden und zu übertragen.
  •         die eigenen Lernprozesse wahrzunehmen, zu steuern und zu regulieren

(z. B. die eigenen Fehler selbst entdecken und eigenständig korrigieren).

Was für Erwachsene eventuell falsch aussieht, kann für Kinder eine eigene Logik haben.

 

Wir erreichen unsere Ziele durch Förderung der lernmethodischen Kompetenz in allen Bildungsbereichen.

 

 

Erkläre mir und ich werde vergessen,
zeige mir und ich werde mich erinnern,
beteilige mich und ich werde verstehen.

(Konfuzius 553-473 v. Chr.)

 

4.6      Portfoliokonzept, Bildungs- und Lerngeschichten

 

Für jedes Kind wird beim Eintritt in die Kindertagesstätte eine Bildungsdokumentation, ein sogenanntes Portfolio, angelegt. Hierbei handelt es sich um einen schön gestalteten Ordner, der das Kind während seiner ganzen Zeit in der Kindertagesstätte durch die verschiedenen Jahrgangsgruppen begleitet.

 

Im Portfolio werden Fotos der Kinder bei unterschiedlichen Aktivitäten gesammelt, die durch Anmerkungen von Kindern und Erzieherinnen erklärt oder ergänzt werden. Kleine Kunstwerke finden hier ihren Platz.

 

Die Erzieherinnen schreiben für jedes Kind während des Kita-Jahres eine Lerngeschichte, die ebenfalls hier abgeheftet wird. Lerngeschichten sind zumeist in Form eines Briefes an das Kind geschrieben und geben Situationen wieder, in denen es von den Erzieherinnen genau beobachtet wurde. Lerngeschichten bewirken, dass die Aktivitäten der Kinder oftmals einen anderen Stellenwert bekommen. So erkennen wir besser, wie wir ein Kind individueller fordern und fördern können.

 

Die Eltern wirken ebenfalls an der Gestaltung des Portfolios mit, indem sie Bilder der Familie und kleine Briefe an ihr Kind abgeben können. Über die Jahre entsteht so ein Porträt des Kindes, ein Rückblick auf alles, was es in der Kita-Zeit erlebt und gelernt hat, wie es sich während dieser Zeit entwickelt und gebildet hat.

 

Auf dem Rücken ist der Portfolio-Ordner mit einem Foto des Kindes versehen. So haben auch die kleinsten Kinder immer die Möglichkeit ihren Ordner zu erkennen, ihn aus dem Regal zu nehmen und darin zu blättern. Die Kinder lieben es, sich ihr Portfolio anzuschauen. Sie blättern immer wieder darin, schauen sich die Fotos an und lassen sich die Lerngeschichten und Briefe gerne vorlesen. Zu den Fotos und den eigenen Kunstwerken erzählen sie oft sehr viel. Auf diesem Weg reflektieren sie Gelerntes und verinnerlichen es.

 

Auch die Eltern haben die Möglichkeit sich das Portfolio ihres Kindes in der Kita anzuschauen. Für uns Erzieher bietet das Portfolio die Chance, ein Kind in seiner Entwicklung und seinen Bildungsschritten intensiv zu beobachten und zu begleiten. In entscheidenden Momenten können wir ihm so eine Hilfestellung bieten und es zusammen mit den Eltern gezielt fördern und unterstützen.

 

4.7      Partizipation und Beschwerdemanagement

4.7.1       Partizipation

 

Partizipation von Kindern bedeutet für uns eine altersgemäße Beteiligung am Leben und am Tagesablauf in Kindertagesstätte. Die Kinder bringen sich und ihre Ideen, Meinungen, Empfindungen und Sichtweisen ein und beeinflussen aktiv den Alltag in der Kita.

 

In einem von Wertschätzung geprägten Dialog nehmen wir die Kinder als Gesprächspartner wahr und nehmen sie ernst, ohne dass die Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern verwischt werden. Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben in der Gemeinschaft betreffen, möchten wir mit den Kindern teilen, um gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Diese Beziehung setzt voraus, dass die Kinder nicht bevormundet werden, sondern auf einer partnerschaftlichen Basis Lösungen erarbeitet werden.

 

Bei den jüngeren Kindern entwickelt sich die Partizipation beim Ausprobieren und Selbsterproben. Dafür ist es sehr wichtig, dass den Kindern der dazu notwendige Spielraum gegeben wird und sie lernen auf die Signale ihres Körpers zu hören.

 

Selbstbestimmte Entscheidungen treffen bereits die jüngeren Kinder entsprechend ihren aktuellen Bedürfnissen. Zum Beispiel darf ein Kind selbst entscheiden, welche Erzieherin es wickelt.

 

Die UN Kinderrechtskonvention besteht darauf, dass wir den Kindern zuhören, dass wir ihre Meinungen bei unseren Entscheidungen, die wir für Kinder treffen, berücksichtigen.

 

 

4.7.2       Beschwerdemanagement speziell für unsere Kinder


„Die UN Kinderkonvention Artikel 13 besagt:

Meinungs- und Informationsfreiheit

(1) Das Kind hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, ungeachtet der Staatsgrenzen Informationen und Gedankengut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunstwerke oder andere vom Kind gewählte Mittel sich zu beschaffen, zu

empfangen und weiterzugeben.“

 

Wir stehen für das Recht der Kinder auf Meinungs- und Informationsfreiheit ein.

Deshalb sollen die Kinder in unserer Einrichtung dazu befähigt werden ihre Meinung frei zu äußern. Sie lernen, dass ihre Meinung wichtig ist und von den Erwachsenen ernstgenommen wird und erwünscht ist.

 

Kinder sollen lernen, eine Beschwerde zu äußern. Eine Beschwerde kann Strukturelles, Alltägliches oder Grenzüberschreitungen betreffen. Eine Beschwerde beinhaltet den Wunsch nach Veränderung.

 

Ein Kind hat folgende Möglichkeiten eine Beschwerde zu äußern:

  •          im Kindergartenalltag
  •          im Morgenkreis
  •          im Jahrgangskreis
  •          in Interviews
  •          durch Zeichnungen

 

Die Erzieherinnen haben mit den Kindern ein Konzept entwickelt wie mit Beschwerden umgegangen und verfahren wird:

  •          Die Beschwerde wird mit einer Erzieherin zusammen verschriftlicht und von dem Kind in den dafür vorhergesehen Briefkasten geworfen.
  •          Die Beschwerden werden in regelmäßigen und zeitnahen Abständen gesichtet und ausgewertet.
  •          Die Erzieherinnen suchen gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen und setzen diese um.
  •          Nach einem bestimmten Zeitraum wird die Tauglichkeit des Ergebnisses überprüft.

 

Dieser Prozess findet momentan auf Jahrgangsebene statt.

 

4.8      Notfallplan

 

In unserer Kindertagesstätte steht bei der Betreuung und Begleitung der Kinder das Wohl jedes einzelnen Kindes im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Neben dem Bildungs- und Erziehungsauftrag gehört es zu unseren täglichen Aufgaben, die Gesundheit der Kinder zu fördern und Sicherheit, durch Aufsicht und durch Einhaltung der Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung in unserer Einrichtung, zu bieten.

 

Zur Einhaltung des vorgeschriebenen Personalschlüssels sind verschiedene Maßnahmen notwendig, um bei Ausfällen von Fachpersonal, bedingt durch Krankheit, Fortbildung oder Urlaub, eine qualitätsvolle Betreuung der Kinder zu gewährleisten.

 

Dazu gibt es gesetzlich verankerte Handlungsrichtlinien zu deren Einhaltung wir verpflichtet sind. In unserer Einrichtung gilt der Mindestpersonalschlüssel von 6 pädagogischen Mitarbeitern in der Kernzeit von 8:30 Uhr bis 12:45 Uhr. Auszubildende und Praktikanten sind ausgenommen. Sind mehr als 35 Kinder ganztägig über Mittag anwesend, ist die Kernzeit bis 15:00 Uhr zu erweitern, um die Betreuung über Mittag bzw. in den verschiedenen Ruhegruppen zu gewährleisten. Für Randzeiten (Zeiten außerhalb der Kernzeiten) gelten besondere Bestimmungen.

 

Kann der notwendige Mindestpersonalschlüssel nicht aufrechterhalten werden, kommt in Absprache mit dem Träger und ggf. dem Jugendamt der Notfallplan zum Einsatz.

Dies kann zum Beispiel dazu führen, dass besondere pädagogische Angebote wie Sprachförderung, Bücherkiste, Naturerlebnistage oder zusätzliche Projekte wie „Schlaue Füchse Tag“ nicht stattfinden können, Fortbildung abgesagt werden muss oder Räume geschlossen bleiben, z. B. der Bewegungsraum.

 

Gegebenenfalls müssen die Kinderzahlen reduziert werden, vorzugsweise durch Schließen der Nestgruppe. Wenn dies nicht ausreichend ist, muss eine Notgruppe eingerichtet werden. Das bedeutet, es werden nur Kinder betreut, die nicht zu Hause bleiben können. In diesem Falle informieren wir die Eltern so zeitnah wie möglich, durch eine Telefonkette, einen Elternbrief oder wir sprechen die Eltern beim Bringen der Kinder an.